Mobilcom erwägt Verkauf der Internettochter Freenet
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Der Mobilfunkdienstleister Mobilcom unternimmt erste Schritte für einen Verkauf seiner Internettochter Freenet. Großaktionär Gerhard Schmid verlangte auf der Hauptversammlung am Montag in Hamburg, Mobilcom solle sich nicht von Freenet, sondern von dem Geschäft mit dem Wiederverkauf von Mobilfunkverträgen anderer Anbieter trennen.
Vorstandschef Thorsten Grenz sagte vor den Aktionären: “Wir sind auf der Ebene von Vorprüfungen angekommen.” Dabei gehe man “ohne Hast” vor. Zu dem erwarteten Verkaufserlös fügte er hinzu: “Wir sind sicher, dass Freenet mehr wert ist als wir brauchen, um das Darlehen zu tilgen.” Mobilcom war im Rahmen des Vergleichs mit seinem Großaktionär France Telecom von mehreren Banken ein Sanierungsdarlehen von über 162 Millionen Euro gewährt worden. Davon waren nur etwa 140 Millionen Euro für Personalabbau und Restrukturierung benötigt worden. Als Sicherheit für den Kredit ist die 76-prozentige Freenet-Beteiligung von Mobilcom bei den Kreditinstituten verpfändet. Grenz sagte, Mobilcom stehe nicht unter dem Druck der Banken, die Beteiligung möglichst bald zu veräußern. Ein “Notverkauf” solle vermieden werden.
France Telecom hatte im vergangenen Jahr rund sieben Milliarden UMTS-Schulden von Mobilcom übernommen. Im Gegenzug dazu hatte die Büdelsdorfer Firma seine UMTS-Aktivitäten eingestellt und die bis dahin aufgebauten Netzanlagen für den Mobilfunk der nächsten Generation vor kurzem für 20 Millionen Euro an seinen Konkurrenten E-Plusverkauft. Die mit finanzieller Hilfe des französischen Telefonkonzerns im Sommer 2000 für 8,4 Milliarden Euro ersteigerte UMTS-Lizenz fällt an die Regulierungsbehörde zurück, wenn sich kein Käufer findet.
Im Rahmen seiner Sanierung baute Mobilcom insgesamt 2000 seiner einst 5500 Arbeitsplätze ab und schloss drei von ehemals fünf Standorten. Außerdem wurden die Festnetzaktivitäten für 35 Millionen Euro an Freenet verkauft. Seitdem konzentriert sich Mobilcom auf das Geschäft als so genannter Mobilfunk-Service-Provider. In den ersten drei Monaten 2003 schaffte der Konzern mit 0,1 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern die Rückkehr in die operative Gewinnzone. Dabei fiel im Kerngeschäftsfeld Service Providing ein Verlust von Steuern, Zinsen und Abschreibung (Ebitda) von 5,2 Millionen Euro an. Profitabel war lediglich der Bereich Festnetz/Internet.
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