Tauschbö;rsen wehren sich gegen RIAA

Juli 10, 2003 Von: Lars Sprenger Kategorie: Software

Nach der Ankündigung der US-Musikindustrie RIAA, auch die User von P2P-Tauschbörsen gerichtlich zu verfolgen, gehen die Tauschbörsen nun in die Gegenoffensive. Sie planen, die Identität der Anwender besser zu schützen, um eine Strafverfolgung zu erschweren. “Wir müssen auf das reagieren, was die User wollen”, sagte Michael Weiss, CEO des Morpheus-Entwicklers StreamCast Networks. “Sie wollen den Schutz der Privatsphäre und wir werden das ermöglichen.”

StreamCast wird demnach noch in diesem Monat seiner Software Datenschutz-Features hinzufügen, berichtet das Wall Street Journal heute, Mittwoch. Wie effektiv solche Maßnahmen sein können, bleibt aber dahingestellt. Die bisherigen Datenschutzmaßnahmen, die von P2P-Netzwerken initiiert worden sind, sind nach Expertenmeinung überholt. “Wenn ein User auf einem P2P-Netzwerk ist, dann ist er ganz offen”, erklärte Randy Saaf, Chef des auf Copyright-Schutz spezialisierten Unternehmens MediaDefender.

“Wir kontern mit Gegenmaßnahmen und die Musikindustrie reagiert darauf wieder mit anderen Maßnahmen und das geht ewig so weiter”, betonte Elan Orean, CEO des israelischen Filesharing-Software-Providers iMesh. Konkret wollen sich die Companies über die einzelnen Schutzmaßnahmen noch nicht äußern. Möglich ist es zum Beispiel, Proxy Server zwischenzuschalten, über die der Content zwischen den einzelnen Usern läuft. Eine andere Option wäre es, den P2P-Datenverkehr zu verschlüsseln. Schließlich könnten “Private Networks” mit einer begrenzten Mitgliederzahl geschaffen werden.

Mit dem Datenschutz-Thema wittern vor allem kleinere Anbieter das große Geschäft. “Softwareentwickler, die Usern dabei helfen ihre Daten zu schützen, könnten einen Wettbewerbsvorteil erlangen”, sagte Blubster-Entwickler Pablo Soto. Und diese Taktik scheint auch – zumindest im Fall von Blubster – aufzugehen: Vor der RIAA-Ankündigung, nun auch P2P-User zu verfolgen, war die Software pro Woche rund 20.000 Mal heruntergeladen worden. In der Woche nach dem RIAA-Statement schnellten die Downloads auf 28.000 und erreichten in der vergangenen Woche sogar den Rekordwert von 51.000.

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